Beschlüsse

Von den Delegierten der Vollversammlung am 15.06.2021 beschlossen wurde:

Klimaneutraler Jugendring

Antragstellende: evangelische jugend düsseldorf, BSV, PULS, SJD – Die Falken, Naturfreundejugend, DGB-Jugend 

Beschlusstext:
Der Jugendring Düsseldorf beschließt bis Ende 2022 im Rahmen der eigenen Möglichkeiten 7 klimaneutral zu werden. Leitend ist hierbei der Dreischritt „Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren“. Der Jugendring Düsseldorf verpflichtet sich damit in den Bereichen Gebäude, Beschaffung und Mobilität die Umweltverträglichkeit zu prüfen und die Umweltbelastung im Rahmen seiner Möglichkeiten zu reduzieren. Was an CO2 Belastung davon überbleibt, muss kompensiert werden.

Der Prozess soll öffentlich kommuniziert und über die geeigneten Kanäle nach außen hin transparent gemacht werden. Der Jugendring Düsseldorf bittet seine Mitgliedsverbände sich auch auf den Weg zur Klimaneutralität zu machen.

Begründung:
Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, die die Menschheit aktuell zu bewältigen hat. Daher ist es wichtig, dass die Verantwortung nicht nur auf Regierungen und auf Politiker*innen geschoben wird, sondern auch auf unsere Ebene der Jugendverbände heruntergebrochen wird. An vielen Stellen im Jugendring und in den Jugendverbänden ist das Thema Nachhaltigkeit schon auf der Tagesordnung. Das ist gut und sollte gefördert werden. Trotzdem reicht es nicht, Nachhaltigkeit und Klimaschutz nur dort zu leben, wo es für uns komfortabel ist. Deshalb erachten wir den Beschluss zur bestmöglichen Klimaneutralität für langfristig notwendig. Auch um Vorreiter bei dem Thema werden zu können.

Die ejd hat sich mit einem sehr ähnlichen Beschluss zur Klimaneutralität bis Ende 2022 verpflichtet.

Beitritt und Unterstützung United4Rescue 2

Antragstellende: evangelische jugend düsseldorf

Beschlusstext:
Der Jugendring Düsseldorf dankt dem Bündnis „United4Rescue“ für die notwendige Arbeit, Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Er kritisiert gleichzeitig die unwürdige Grenzpolitik der EU, die dabei zusieht, wie Menschen auf dem Weg nach Europa sterben.

Daher schließt sich der Jugendring Düsseldorf dem Bündnis „United4Rescue“ an. Darüber hinaus ruft der Jugendring Düsseldorf seine Mitgliedsverbände auf, dem Bündnis ebenfalls beizutreten.

Begründung:
Im November 2019 hat sich das Bündnis „United4Rescue“ gegründet. Gründungsmitglieder waren, neben verschiedenen Akteur*innen der evangelischen Kirche, Sea-Watch, Ärzte ohne Grenzen und Seebrücke. Das Bündnis ist kein kirchliches Bündnis. Da die Gründungsidee aber aus der ev. Kirche kam, kommen viele der Akteur*innen aus den ev. Kirchen und den ev. Institutionen. Mittlerweile sind 740 Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen dem Bündnis als Bündnispartner*innen 18beigetreten. Hier die Liste der aktuellen Bündnispartner*innen: https://www.united4rescue.com/partners.

Die evangelische jugend düsseldorf hat sich mit einem ähnlichen Beschluss im Januar 2021 dem Bündnis angeschlossen.

Antrag zur EA-Kampagne

Antragssteller: Jugendring-Vorstand

Die Kampagne #Wirsinddein 
Die Kampagne zur Jugendverbandsarbeit des Jugendrings Düsseldorf 2021 zeigt die Leistungen und Vielfalt der Düsseldorfer Jugendverbände. Es sind vier bis fünf Gruppenmotive angedacht, die jeweils mit 4-5 Ehrenamtlichen, jungen Menschen aus den Verbänden und Requisiten vor einer weißen Fotowand inszeniert und aufgenommen werden. Die Gruppenmotive sollen im Rahmen einer Plakat- oder Litfasssäulen-Plakatierung im Düsseldorfer Raum die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit wecken. Einzelportraits mit Statements zur Jugendverbandsarbeit flankieren die Kampagne im digitalen Raum. Eine eigene Website sowie die Social-Media-Auftritte des Jugendrings bilden die digitale Heimat der Kampagne. Als Titel soll der Hashtag #WirSindDein (https://wir-sind-dein.de/) verwendet werden.

Zu den Motiven: Unter dem Motto „Wir sind dein…“ werden die Leistungen der Jugendverbände spielerisch inszeniert und dargestellt. Einzelne Requisiten dienen zur Visualisierung der Thematik. Gleichzeitig zeigen die Kleidung und Accessoires der Teilnehmer*innen deren Zugehörigkeit zum jeweiligen Jugendverband. Denkbar wären Motive wie
 Wir sind dein Support-Team: 4 Teilnehmer*innen stützen einen fünften, der auf einem Balken sitzt.
 Wir sind dein Wohnzimmer: Die Teilnehmer*innen sitzen zusammen auf einem Sofa, oder um einen Tisch herum, spielen Spiele oder Konsole.
 Wir sind deine Ferien: Die Teilnehmer*innen sitzen an einem aufgebauten Zelt, mit weiteren Camping-Accessoires
 Wir sind dein Anwalt: Teilnehmer*innen mit Transparent für mehr Kinder- und Jugendrechte und Megaphon

Die Motive und Mottos werden vom Team der EA-Kampagne im Jugendring Düsseldorf weiter festgelegt und die szenische Darstellung geplant.

Produktion: Die Aufnahmen sollen 1-3 Einzeltagen an einem geeigneten Ort (indoor) angefertigt werden. Benötigt werden, neben den Teilnehmer*innen selbst, ein*e Fotografin, Requisiten, ein weißer Fotohintergrund, Fotobeleuchtung. Die aktuellen Hygiene-Bedingungen müssen abgeklärt
werden. Idealerweise findet ausschließlich das Shooting ohne Maske statt, Teilnehmer*innen sind getestet und geimpft, und die unterschiedlichen Motiv-Gruppen sind räumlich und zeitlich voneinander getrennt.

Steckbrief:

Idee:Leistungen und Vielfalt der Jugendverbände bildlich darstellen

Anforderungen: Gerechte Präsentation der unterschiedlichen Verbände in der Kampagne, Maximal 4-5 Plakat-Motive , Photoshooting an 1-3 Tagen realisierbar

Umsetzung: Gruppenphotos mit Requisiten, jeweils passend zu einem Spruch. Die Verbände werden durch Kleidung oder mitgebrachte Requisiten sichtbar
Pro Motiv stellen ca. 5 Aktive aus den Verbänden, gekleidet in ihren Uniformen oder mit sonstigen Accessories, eine Szene dar, die (ebenfalls durch Requisiten unterstützt) eine Leistung der Verbände symbolisiert.

Forderungen des Jugendrings zur Bundestagswahl

Antragstellende: Jugendring Düsseldorf

Beschlusstext:

Der Jugendring Düsseldorf und seine Mitgliedsverbände stellen folgende Forderungen an die Abgeordneten des Bundestags bzw. an die Düsseldorfer Kandidat*innen für die kommende Bundestagswahl:

Für uns steht Klimaschutz an oberster Stelle! Gerade für die jüngeren Generationen sowie für alle nachfolgenden, ist es essenziell den Klimawandel aufzuhalten, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Daher fordern wir die Einhaltung des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels:

  • Wir fordern, dass Politiker*innen deutlich stärker wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre politischen Entscheidungen einfließen lassen. Vor dem Klimawandel wird schon lange gewarnt und Maßnahmen für den Klimaschutz dürfen nicht mehr hinter Interessen einzelner Gruppen zurücktreten.
  • Es braucht klare staatliche Regelungen und Regulationen, insbesondere innerhalb der Wirtschaft. Zentral ist dabei eine CO2-Steuer, die auch für alle großen Konzerne gilt und diese in die Pflicht nimmt, denn das individuelle Verhalten von Verbraucher*innen hat nur einen begrenzten Einfluss auf den globalen Klimawandel.
  • Im Bereich der Energie muss konsequent auf erneuerbare Energien umgestellt werden und diesen der Vorzug gegenüber fossilen Energien gegeben werden. Außerdem muss energieeffizientes Wohnen und Bauen deutlich einfacher werden und stärker gefördert werden.
  • Die Verkehrswende muss bundespolitisch vorangetrieben werden. Emissionen durch den Individualverkehr müssen verringert werden. Dafür braucht es kostengünstigere Tickets für Nah- und Fernverkehr. Außerdem sollte mehr Geld in die Forschung zu CO2-neutralen Fahrzeugen investiert werden.
  • Bei allen politischen Entscheidungen müssen die langfristigen Folgen für die Gesellschaft und Wirtschaft betrachtet werden, die durch eine Klimakatastrophe entstehen würden. Insbesondere sind alle Maßnahmen darauf zu prüfen, inwiefern sie sozial gerecht sind. Es sollten zum Beispiel gerade niedrige Einkommen nicht zu stark belastet werden sowie gerade die großen Unternehmen und Industrien in die Verantwortung genommen werden.

Soziale Gerechtigkeit muss ein Grundpfeiler in der Bundespolitik sein. Chancen und Zugänge zu Bereichen wie Bildung, Arbeitsmarkt oder Wohnraum müssen für alle gleichermaßen verfügbar sein. Gerade einkommensschwache Personen und Haushalte müssen deutlich stärker unterstützt werden.

  • Umfassende Steuerreformen sollen dazu genutzt werden, um schwache Einkommen zu entlasten, während gleichzeitig höhere Einkommen und Vermögen stärker besteuert werden sollten. Gerade durch die zunehmende Digitalisierung sollten Modelle zur Besteuerung im digitalen Raum entwickelt werden. Steuerhinterziehung muss stärker bekämpft werden.
  • Bezahlbarer Wohnraum sollte für alle Menschen verfügbar sein, daher braucht es Maßnahmen, um die Steigerung der Mieten zu begrenzen sowie deutlich mehr Sozialen Wohnungsbau und Wohnraum durch Genossenschaften.
  • Gerade in der Corona-Pandemie machten sich die Unterschiede zwischen den finanziell stärkeren und schwächeren Haushalten deutlich. Damit das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und auf Bildung von allen jungen Menschen wahrgenommen werden kann, bedarf es mehr Unterstützung sowohl mit finanziellen Mitteln als auch mit technischer Ausstattung.

Viele Personen und Gruppen werden in Deutschland strukturell diskriminiert. Das bedeutet sie erleben immer wieder Benachteiligungen in unterschiedlichen Bereichen. Um Chancen und Zugänge zu allen gesellschaftlichen Bereichen sicherzustellen, braucht es daher eine starke Antidiskriminierungsarbeit, die an unterschiedlichsten Stellen ansetzen muss. Denn wir fordern, dass alle Menschen unabhängig ihres Aussehens, Herkunft, Behinderung, Körpers, Alters, Religion, geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung oder Einkommens alle Chancen und Zugänge zu einem guten Leben in dieser Gesellschaft bekommen.

  • Eine Möglichkeit, um Diskriminierung bei der Einstellung von Mitarbeiter*innen zu begegnen, ist die Etablierung einer Norm für anonymisierte Bewerbungen.
  • Es sollte sichergestellt werden, dass alle Menschen für ihr Arbeit angemessen entlohnt werden. Das gilt insbesondere für Menschen mit Behinderungen, die oftmals für ihre Arbeit nur ein „Taschengeld“ erhalten.
  • Pflege- und Sorgearbeit muss auskömmlich vergütet werden.

Jugendpolitik ist uns als Jugendverbänden ein zentrales Anliegen, wir fordern eine deutlich stärkere 65 Beteiligung von jungen Menschen in der Politik und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Belange in politischen Maßnahmen.

  • Junge Menschen unter 18 Jahren sind von dem wichtigen Bürger*innenrecht, dem Wahlrecht ausgeschlossen, obwohl sie sich oftmals bereits ein unabhängiges, eigenes Meinungsbild erstellen können. Daher fordern wir die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre für die Bundestagswahl.
  • In der Corona-Pandemie wurde wenig Verständnis für die Bedürfnisse und Interessen von jungen Menschen in der Bundespolitik gezeigt. Sie wurden höchstens als Schüler*innen und Zu-Betreuende wahrgenommen, waren und sind jedoch von den Einschränkungen massiv betroffen. Bei vielen hat dies Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Junge Menschen und ihre Anliegen, müssen daher zukünftig stärker in den Blick genommen werden. Nur so können die Auswirkungen der Pandemie aufgefangen werden.
  • Kinder und Jugendliche fehlt häufig der Zugang zu politischer Bildung und Partizipationsmöglichkeiten. Daher fordern wir eine institutionalisierte und auskömmliche Förderung der (außerschulischen) politischen Bildung, damit alle jungen Menschen Zugang zu dieser erhalten.
  • Die Bildungspolitik ist ein oftmals umstrittenes Thema. Viele Bereiche fallen in die Hoheit der Länder, allerdings gibt es einige Maßnahmen die bundespolitisch umgesetzt werden könnten. Dazu zählen:
  • ein bundesweites Programm, bei dem Schüler*innen auch auf ihre finanzielle Selbstständigkeit vorbereitet werden. Dazu gehört es, Wissen über finanzielle Verantwortungen (bspw. Einkommenssteuererklärung), Rechte über staatliche Unterstützungsmaßnahmen, Altersvorsorge und Zugänge zu verschiedenen weiteren Ausbildungsmöglichkeiten zu erlangen.
  • Das Abitur hat in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Niveaus. Auf Bundesebene sollte daher ein Kontrollgremium eingesetzt werden, welches dafür Sorge trägt, dass die Niveaus des Abiturs nicht zu weit auseinander gehen und das Abitur ein verlässlicher Indikator für die weitere Laufbahn der Abiturient*innen ist. Außerdem sollte die Vergabe und der Zugang zu Studienplätzen überdacht werden.