Gründung eines Bündnisses zur Beteiligung der Bürger*innen an der Entscheidung zu einem möglichen Neubau der Oper

Beschluss vom 26. März 2026

Die Vollversammlung beauftragt den Vorstand des Jugendrings sich aktiv bei der Gründung eines Bündnisses
zur Beteiligung der Bürger*innen an der Entscheidung zu einem möglichen Neubau der Oper einzubringen.
Dies soll gemeinsam mit anderen Organisationen und Gruppen geschehen.

Begründung:
Mit dem momentan gültigen Beschluss über den Neubau einer Oper auf dem ehemaligen Gelände des
„neuen“ Kaufhofs werden in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten finanzielle Mittel aus dem kommunalen
Haushalt der Landeshauptstadt gebunden. Derzeit ist eine Investition in den Neubau der Oper in Höhe von 1
Milliarde EURO geplant. Dazu kommen noch die Zinsen für das Investment mit geplanten 800 Millionen
EURO und noch nicht bezifferten Betriebskosten. Diese 1,8 Mrd. Euro sind Plankosten mit Stand Ende 2025.
Niemand kann vorhersagen, wie die möglichen Baukosten sich bis zum Baubeginn (voraussichtlich 2030 bzw.
Fertigstellung) entwickeln. Ähnlich ist die Entwicklung der Bauzinsen vorherzusehen. An einer zentralen Stelle
in der Stadt werden immense finanzielle Risiken für den kommunalen Haushalt eingegangen, während an
anderen Stellen eingespart werden soll.

Der Jugendring Vorstand vertritt die Haltung, dass Düsseldorfer Bürger*innen bei einem solchen finanziellen
Großbauprojekt, insbesondere angesichts von wirtschaftlichen Herausforderungen und Sparmaßnahmen,
mitbestimmten sollen. Sie sollten die Möglichkeit erhalten mitzuentscheiden, 0b das Geld für diesen
geplanten Opernbau ausgegeben werden soll. Wesentliche Entscheidungen über die Gestaltung unserer
Stadt sollten unter direkter Beteiligung von Bürger*innen stattfinden und nicht nur von gewählten
Vertreter*innen getroffen werden.

Zusätzlich lasst sich kritisch betrachten, inwiefern der Opernneubau jungen Menschen zugutekommt. Die
bisherigen Besucher*innenstrukturen bei der Oper in Düsseldorf sprechen nicht für einen Nutzen für die
Gesamtbevölkerung der Stadt. Hier wird ein Prestigeobjekt für das Bildungsbürgertum und
Besserverdienende auf den Weg gebracht. Das ist keine Investition für junge Menschen in Düsseldorf, sie
müssen am Ende für die Kosten in den nächsten Jahrzehnten aufkommen.

Der Begriff „Oper für Alle“ ist Augenwischerei. Bisher gibt es nur diesen Begriff, der in Düsseldorf momentan
des Öfteren genutzt wird. Unseres Erachtens teilweise eher inflationär.

Es wird auch immer von einem Kostendeckel in Höhe von 1 Mrd. EUR gesprochen, aber niemand wird einen
solchen Prestigebau ohne Dach stehen lassen, wenn es absehbar ist, dass es zu einer weiteren
Kostenexplosion kommt. Und für steigende Baukosten bei öffentlichen Projekten gibt es nun bundesweit
genügend Negativbeispiele.


Beschlossen auf der Vollversammlung am 26.03.2026

Antrag gestellt von