Der Jugendring Düsseldorf kritisiert die Entscheidung der Stadt Düsseldorf, zum kommenden Schuljahr das Deutschlandticket für Schüler*innen abzuschaffen und stattdessen wieder auf das Schokoticket zu setzen. Aus Sicht des Jugendrings ist dies ein falsches Signal zulasten von Jugendlichen und ihren Familien.

Gerade in Zeiten angespannter Haushaltslagen dürften Einsparungen nicht auf dem Rücken junger Menschen und ihrer Familien ausgetragen werden. Familien brauchen Unterstützung – nicht zusätzliche finanzielle Belastungen. Nach Angaben der „Elternschaft Düsseldorfer Schulen“ müssten Selbstzahler*innen beim Schokoticket künftig sogar mehr bezahlen als bislang beim Deutschlandticket. Besonders betroffen von der Mehrbelastung sind Familien mit mehreren Kindern. Für sie bedeutet die Rückkehr zum Schokoticket zusätzliche Kosten und zugleich weniger Mobilität. „Sparen an Kindern und Jugendlichen ist sparen an der falschen Stelle. Kinder und Jugendliche brauchen gerade jetzt verlässliche Unterstützung und echte Teilhabemöglichkeiten“, erklärt der Jugendring Düsseldorf.

Es kann nicht sein, dass auf Kosten von Jugendlichen und Familien gespart und gleichzeitig jedes Ticket für die Oper mit rund 160 EUR pro Aufführung subventioniert wird. Düsseldorf bezeichnet sich als zertifizierte familienfreundliche Kommune und beginnt gerade bei Familien und Jugendlichen mit dem Sparen.

Die neueste Studie von Unicef Deutschland sieht Deutschland beim Thema Kindeswohl auf Platz 25 von 37 untersuchten Ländern. Es geht um Armut und Bildungschancen in der Studie und in Anbetracht eines Platzes im letzten Drittel der Länder, kommt die Verwaltung auf die Idee, die Mittel für die Mobilität von Jugendlichen zu kürzen. Wir fordern die Stadt Düsseldorf auf zur Fortführung des Deutschlandtickets für Düsseldorfer Schüler*innen.

Mobilität ist ein zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe. Junge Menschen müssen unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern die Chance haben, sich frei zu bewegen – innerhalb Düsseldorfs und gerade im Jugendalter auch darüber hinaus. Das Deutschlandticket bietet hierfür deutlich bessere Möglichkeiten als das Schokoticket. Dazu gehört auch, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit eigenständig und selbstverantwortlich gestalten können: Freunde treffen, Jugendangebote besuchen, kulturelle Veranstaltungen wahrnehmen oder Vereine erreichen. Das Deutschlandticket ermöglicht diese Freiheit und stärkt damit die Selbstständigkeit junger Menschen.

Als kinderfreundliche Kommune sollte Düsseldorf Kindern und Jugendlichen keine Möglichkeiten nehmen, sondern ihnen Perspektiven und Teilhabe eröffnen. Der Jugendring Düsseldorf fordert die Stadt deshalb auf, weiterhin am Deutschlandticket für Schüler*innen festzuhalten.

Ansprechpartner:
Achim Radau-Krüger
Jugendring Düsseldorf
Tel.: 0211 / 975377-0
E-Mail: achim.radau-krüger@jugendring-duesseldorf.de