In diesem Wiki möchten wir diverse Aspekte rund um nachhaltiges Handeln und nachhaltige Entwicklung sammeln. Wir laden alle ein, an diesem Wiki mitzuarbeiten, zu ergänzen und notfalls auch zu korrigieren. Möchtest du etwas ergänzen oder hast du Fragen? Dann freuen wir uns, wenn du Kontakt zu uns aufnimmst.

Inhalt

    Klimaneutralität

    Klimaneutralität meint, dass das Klima weder positiv noch negativ beeinflusst wird. Entweder wird gar kein CO2 (Kohlenstoff) ausgestoßen oder das CO2 wieder ausgeglichen wird. Es soll also ein Gleichgewicht entstehen zwischen CO2 -Ausstoß und der Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre. Die Aufnahme von CO2 geschieht durch Systeme, die mehr Kohlenstoff aufnehmen als sie abgeben. Das sind zum Beispiel Wälder, Böden oder Ozeane.

    Viele Unternehmen und Produkte werben damit klimaneutral zu sein. Und auch der Jugendring strebt Klimaneutralität an. Doch wie geht das überhaupt „klimaneutral sein“?

    Wir alle hinterlassen einen CO2-Fußabdruck zum Beispiel durch Autofahrten, Stromverbrauch, Druckaufträge oder durch die Herstellung bzw. den Konsum eines bestimmten Produktes. Zunächst einmal müssen wir wissen, wie viel CO2 wir dadurch genau emittieren. Das können wir durch die Erstellung einer CO2-Bilanz mit einem CO2-Rechner herausfinden. Danach wird analysiert, wie diese CO2-Emissionen neutralisiert werden können.

    Video: Klimaneutralität einfach erklärt green:screen (21.07.2020)

    Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

    Das bedeutet die CO2-Emissionen entstehen erst gar nicht.
    Ein Beispiel: Ihr nehmt euer Fahrrad anstelle des Autos, um zur Gruppenstunde zu kommen.

    Das bedeutet die CO2-Emissionen werden weniger.
    Ein Beispiel: Ihr kauft Margarine anstelle von Butter.

    Das bedeutet die bereits ausgestoßenen Klimagase werden nachträglich anderswo wieder ausgeglichen. Das funktioniert, indem ihr einen bestimmten Geldbetrag an ein Klimaschutzprojekt, welches eure Emissionsmenge wieder ausgleicht, spendet. Solche Spenden können zwar an anderer Stelle für CO2-Einsparung sorgen, aber die bereits verursachten CO2-Emissionen oder Umweltschäden verschwinden dadurch meist nicht vollständig. Es ist wichtig Klimaschutzprojekte auszuwählen, die es ohne die Kompensation nicht geben würde. Diese Klimaschutzprojekte befassen sich häufig mit erneuerbaren Energien, der Verbesserung der Abfallentsorgung oder mit der Einbindung von CO2 zum Beispiel durch Aufforstung. Für die Kompensation gibt es viele verschiedene Anbieter. Entweder haben sie eigene Klimaschutzprojekte oder verkaufen Zertifikate von bereits existierenden Projekten. Außerdem bieten manche Reiseportale, Flug- oder Busgesellschaften oder Druckereien direkt beim Kauf eine CO2-Kompensation an und ein bestimmter Betrag wird zu dem Preis addiert (Quelle: Umweltbundesamt).

    Ein Beispiel: Ihr fliegt mit dem Flugzeug nach Washington zum Weltklimagipfel und zahlt dafür Ausgleichzahlungen an eine NGO, die Wälder aufforstet.

    Grundsätzlich gilt: Das oberste Ziel ist es, die dabei entstehenden Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden. Die dann noch verbleibenden Emissionen, also unvermeidbare Emissionen, können freiwillig kompensiert werden. Die Kompensation sollte jedoch nicht dazu genutzt werden, klimaschädliches Handeln zu rechtfertigen und das eigene Gewissen reinzuwaschen.

    17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

    Die Klimakatastrophe können wir nur alle gemeinsam aufhalten! Deshalb haben 2015 auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York 183 Staats- und Regierungschefs die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (oder englisch Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) entwickelt. Mit diesem Vertrag sichern alle zu, dass sie bis zum Jahr 2030 allen Menschen ein Leben in Würde sichern und unseren Planeten schützen.

    Video: Tu Du’s für dich und die Welt! (26.03.2019)

    Genauer werden die Ziele auf der Webseite 17 Ziele beschrieben:
    „Die Agenda 2030 nennt fünf Kernbotschaften, die den 17 Zielen als Handlungsprinzipien vorangestellt sind: 1. Die Würde des Menschen im Mittelpunkt, 2. den Planeten schützen, 3. Wohlstand für alle fördern, 4. Frieden fördern und 5. Globale Partnerschaften aufbauen.

    Im Wesentlichen sollen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung:

    • Armut und Hunger beenden und Ungleichheiten bekämpfen
    • Selbstbestimmung der Menschen stärken, Geschlechtergerechtigkeit und ein gutes und gesundes Leben für alle sichern
    • Wohlstand für alle fördern und Lebensweisen weltweit nachhaltig gestalten
    • Ökologische Grenzen der Erde respektieren: Klimawandel bekämpfen, natürliche Lebensgrundlagen bewahren und nachhaltig nutzen
    • Menschenrechte schützen – Frieden, gute Regierungsführung und Zugang zur Justiz gewährleisten
    • Eine globale Partnerschaft aufbauen

    Die Ziele berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen und gelten für alle Staaten der Welt: Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer. Sie machen deutlich, dass wir eine gemeinsame Verantwortung für die Welt tragen.“

    Die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung können uns allen eine Orientierung geben, wie wir auch in unserem Verbandsalltag für eine nachhaltige Gesellschaft einsetzen können. Der Kreisjugendring München-Land hat bereits damit begonnen, die 17 Ziele in ihrem Alltag mitzudenken. Wie das klappt, könnt ihr hier nachlesen.

    Einkauf

    Konsum hat immer Einfluß auf unsere Umwelt. Oft ist dieser Einfluß leider negativ. Aber es gibt immer mehr Alternativen. Es gibt Produkte, deren Konsum, die Welt ein wenig besser machen. Viele solche Produkte findet ihr zum Beispiel bei GoodBuy.

    Beim Einkauf von Lebensmitteln sollten möglichst ökologische Produktionen bevorzugt werden. Dazu gehören:

    Das Bild zeigt eine Gemüseauslage. Am rechten Bildrand sind Teile von Brokkoli und Blumenkohl zu sehen. Links daneben liegen viele Paprika und am linken Bildrand liegen Zucchini mit einer kleinen Preistafel

    Bild von Daria Shevtsova auf Pexels

    • saisonale Produkte
    • regionale Produkte
    • biologisch produzierte Produkte
    • fair produzierte Produkte
    • möglichst pflanzenbasierte Produkte
    • gering verarbeitete Produkte (keine Fertigprodukte, keine TK-Produkte)

    Durch den Kauf von Saisonware und regionalen Produkten werden lange Transportwege vermieden und dadurch CO2-Emmissionen eingespart. Online finden sich viele Saisonkalender, die darüber informieren wann welche Lebensmittel wo Saison haben. Biologische Lebensmittel werden im Vergleich zu anderen umweltschonender hergestellt. Mit dem Kauf von fair gehandelten Produkten wird eine gerechte Entlohnung und die Vermeidung von Kinderarbeit unterstützt. Gerade bei Produkten wie Schokolade, Kaffee und Zucker werden Produzierende oft nicht angemessen entlohnt. Sollten Fleischprodukte gekauft werden, sollten diese nicht aus Massentierhaltung stammen. Auf Wochenmärkten lassen sich besonders gut regionale und biologische Lebensmittel kaufen. Oder ihr macht bei der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Düsseldorf mit. Dabei zahlt ihr einen monatlichen Beitrag, beteiligt euch selbst beim Anbau und der Ernte beteiligen und erhaltet einen Ernteanteil vom Anbau in Kaarst-Büttgen und im Düsseldorfer Südpark. Viele Bio-Bauern aus der Region bieten Bio-Kisten an, die online bestellt werden können und vor eure Haustür gebracht werden. Auch bei Getränken kann auf nachhaltige und lokale Produktion geachtet werden. Gerade bei Wasser ist Leitungswasser gegenüber gekauftem Wasser zu bevorzugen.

    Grundsätzlich sind vegetarische und vegane Lebensmittel und Gerichte zu bevorzugen. Solltet ihr dennoch Milch- und Tierprodukte anbieten, solltet ihr ebenfalls auf Regionalität und Bioqualität achten. Bei Eiern und Milch geben die Kennzeichen für die Haltungsform einen Anhaltspunkt. Bei Eiern ist Haltungsform 0 (ökologische Erzeugung) zu bevorzugen, bei Milch Haltungsform 4 (Premium).

    Bioprodukte und fair gehandelte Produkte sind meistens teurer als die nicht-Bio Alternativen. Solltet ihr zu wenig Budget haben, könnt ihr euch überlegen bei welchen Produkten ihr besonderen Wert auf Bio-Qualität legt oder welche ihr vielleicht gar nicht unbedingt ständig essen müsst. Zum Beispiel könnt ihr euch bei teurem Bio-Fleisch überlegen, ob oder in welchen Mengen ihr Fleisch konsumieren möchtet. Ihr könnt auch Geld sparen indem ihr euren Bedarf an Lebensmitteln gut kalkuliert und das Wegwerfen von Resten vermeidet. Auch die richtige Lagerung von Lebensmitteln ist wichtig, damit nichts schlecht wird. Wenn doch mal etwas übrig bleibt, findet ihr in Restekochbüchern viele Rezeptideen wie ihr aus den Resten leckere Gerichte kocht.

    Es gibt auch unterschiedliche Initiativen, die sich für Lebensmittelrettung einsetzen. Über diese könnt ihr Lebensmittel, die zu gut zum Wegwerfen sind, günstiger oder sogar kostenlos erhalten. Über die lokale Foodsharing Gruppe sammeln ehrenamtliche foodsaver*innen Lebensmittel ein und stellen sie in 22 sog. Fairteilern Düsseldorfer*innen kostenlos zur Verfügung. Eine weitere Möglichkeit ist die App TooGoodToGo. Über diese bieten Restaurants, Geschäfte, Bäckereien oder Kantinen Essen für kleines Geld an, um es nicht wegwerfen zu müssen. Manchmal kann man sich das Einkaufen oder Lebensmittel abholen auch sparen und das ernten, was die Natur einem anbietet. Es gibt viele „öffentliche“ Bäume und Sträucher, die geerntet werden dürfen. Wo sich solche Pflanzen befinden, zeigt zum Beispiel die Karte auf mundraub.org.

    Bei der Verpackung der Lebensmittel solltet ihr auf möglichst ökologische Verpackungen achten und auf Plastiktüten und Produkte mit unverhältnismäßig hohem Anteil an (Plastik-)Verpackungen verzichtet. Auch Getränke in Glasflaschen werden bevorzugt. Beim Einkauf auf dem Markt oder dem Kauf von Bio-Kisten gibt es meist deutlich weniger Verpackung als beim Kauf im Supermarkt. Zusätzlich sind Unverpackt-Läden eine gute Möglichkeit Verpackungsmaterial zu reduzieren. Wenn eingekaufte Lebensmittel oder gekochte Gerichte länger gelagert werden müssen, solltet ihr wiederverwendbare Behälter nutzen und auf Wegwerfprodukte wie Alufolie verzichten.

    Es kann hilfreich sein, sich beim Einkauf von Lebensmitteln an Gütesiegeln zu orientieren, damit ihr einfach einschätzen könnt wie nachhaltig ein Produkt ist. Hier findet ihr einen Überblick der Siegel & Zertifikate.

    Unterschiedliche Büromaterialien, von Vorne nach Hinten: Lineal, Stifte, Anspitzer,Radiergummi, Buch, Geodreieck, Schere, Collegeblock.

    Bild von Dmitriy auf Pixabay.

    Im Büroalltag als auch bei Veranstaltungen und Terminen werden oft viele Materialien wie zum Beispiel Ausdrucke benötigt. Vieles wird jedoch nur einmalig genutzt und danach weggeschmissen oder abgelegt. Daher sollte sich bei Ausdrucken gefragt werden, ob das Dokument wirklich in Papierform vorliegen muss oder auch eine digitale Version ausreicht. Die digitale Ablage sollte bevorzugt werden.

     

    So können unnötiger Müll vermieden und Ressourcen geschont werden. Der Jugendring hat sich zum Beispiel vorgenommen, vor allem bei internen Besprechungen notwendige Informationen (z. B. Tagesordnungen), wenn möglich und sinnvoll, vorab abzulegen und/oder digital zu verschicken.

    Notwendige Ausdrucke ohne offiziellen Charakter (z. B. nur für die Eigennutzung oder interne Zwecke) sollten auf bereits genutztes Papier (Rückseite) oder recyceltes Papier ausgedruckt werden. „Frischfaserpapiere“ sollten nur genutzt werden, wenn es gute Gründe gibt. Auch bei der Nutzung von anderen Verbrauchsmaterialien im Büro wie Klebezettel, Tacker und Tesafilm sollte abgewogen werden, ob es wirklich notwendig ist.

    Beim Einkauf von Büromaterial kann es hilfreich sein, auf Gütesiegel zu achten.

    Für die Produktion von Smartphones werden große Mengen an Rohstoffen wie Gold, Palladium, Silber oder Kupfer benötigt. Die Rohstoffgewinnung als auch die Produktion und Nutzung führen zu erheblichen Umweltauswirkungen. Schon beim Kauf von Smartphones könnt ihr darauf achten fair und nachhaltig produzierte Produkte zu erwerben, wie zum Beispiel das Fairphone. Bei Anbietern wie asgoodasnew, rebuy, Backmarket oder refurbed könnt ihr gebrauchte, aber wieder aufbereitete Smartphones, Laptops etc. kaufen.

    Auf einem Haufen liegen mehrere Smartphones und Ipods.

    Bild von Skyler Ewing auf Pexels.

    Wenn ihr alte und nicht mehr verwendeten Handys zu Hause in der Schublade liegen habt, könnt ihr sie recyceln lassen, damit die kostbaren Rohstoffe wiedergewonnen werden können. Dazu könnt ihr eure alten Geräte zum Beispiel per Post an die Deutsche Umwelthilfe schicken. Dort wird geprüft, ob das Handy aufbereitet und weiterverkauft werden kann. Ist das nicht der Fall werden die verarbeiteten Rohstoffe zurückgewonnen. Mit den Erlösen aus den recycelten und wiederaufbereiteten Handys werden Umwelt- und Naturschutzprojekte der Deutschen Umwelthilfe unterstützt. Ihr könnt sogar selbst als Verein oder Schule eine Sammelbox für Handys bestellen und Sammelpartner werden. Hier findet ihr noch mehr Informationen. Ihr habt auch die Möglichkeit eure Handys bei den stationären Sammelstellen der Mobile-Box abzugeben. Oder ihr verkauft eure alten, noch brauchbaren Geräte über Online-Shops wie asgoodasnew, rebuy, Backmarket oder refurbed.

    Beim Einkauf elektronischer Geräte könnt ihr außerdem auf deren Energieeffizienz achten. Für Fernseher und Haushaltsgeräte gibt es einheitliche EU-Energielabels an denen ihr ablesen könnt wie energieeffizient das Gerät ist.

    Im Vordergrund ist eine Kleiderstange mit vielen leeren Kleiderbügeln und einem Kleiderbügel mit Oberteil. Im Hintergrund ist eine voll behangene Kleiderstange zu sehen.

    Bild von EVG Kowalievska auf Pexels.

    Die Produktion von neuer Kleidung belastet die Umwelt stark zum Beispiel durch einen hohen Wasserverbrauch, Produktionsabfälle und Düngemittel für die Baumwollpflanzen. Zusätzlich gibt es insbesondere im Bereich von Fast Fashion besonders schlechte Arbeitsbedingungen unter denen unsere Kleidung hergestellt wird. Auf der Seite Exit-fast-Fashion findet ihr leicht verständlich alles Wissenswerte rund um das Thema Fast Fashion und die Folgen für Mensch und Umwelt. Inzwischen gibt es viele Modelabels, die sich bewusst für das Prinzip Slow-Fashion entschieden haben, nachhaltig und fair produzieren und Lieferketten und Preispolitik transparent machen.

    Eine Möglichkeit die Umweltbelastungen gering zu halten, ist Kleidung Second-Hand zu kaufen. So kann gut erhaltene Kleidung vor dem Müll gerettet werden und ihr spart sogar Geld. Oft gibt es auch öffentliche Kleidertauschpartys zu denen jeder eigene nicht mehr benötigte Kleidung mitbringt und dafür kostenlos die Kleidung anderer erwerben kann. Eine Kleidertauschparty könnt ihr auch im Bekanntenkreis oder im Verein selbst organisieren. Tipps dafür findet ihr auf der Webseite Kleidertausch.

    Siegel und Zertifikate

    Bei Kaufentscheidungen ist es gar nicht so einfach durchzublicken, welche Produkte fair gehandelt oder nachhaltig produziert sind. Eine Entscheidungshilfe können hier Siegel und Zertifikate sein. Doch was steckt eigentlich hinter den verschiedenen Siegeln? Für was stehen die Siegel und welche sind vertrauenswürdig? Unten findet ihr eine Übersicht zu den wichtigsten Siegeln aus dem Bereich Lebensmittel und Büromaterial. Eine umfassende Auslistung und Bewertung von Siegeln findet ihr auf der Webseite Siegelklarheit.

    Lebensmittelkennzeichnung kann ganz schön kompliziert sein. Ein Siegel auf Lebensmittel suggeriert oft, dass es sich um ökologischen Anbau oder ökologische Tierhaltung handelt. In einigen Fällen ist dies aber nicht der Fall. Die Tatsache, dass es viele unterschiedliche Siegel gibt, macht die Sache noch komplizierter. Der untenstehende Überblick soll dabei helfen, Klarheit über die wichtigsten Siegel im Bereich Lebensmittel zu bekommen. Vielen Dank an den BUND, der uns die Empfehlungen freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Bei Fisch und Fleisch sollte neben den Aspekten Gesundheit und Umwelt zusätzlich das Tierwohl beachtet werden. Auf welche Siegel ihr bei Fleisch achten könnt, erfahrt ihr in dieser Übersicht von Greenpeace und welche Fische eher zu empfehlen sind als andere, erfahrt ihr im Fischratgeber der Verbraucherzentrale. Dennoch sollte weitestgehend auf Fisch und Fleisch verzichtet werden bzw. der Konsum reduziert werden. Im Bereich Fair Trade gibt es ebenfalls unterschiedliche Siegel, über die ihr euch im Ratgeber sozial verantwortliche Lebensmittelbeschaffung: Welches Gütezeichen steht wofür? oder im Kompass Fairer Handel informieren könnt.


    Sehr empfehlenswert

    Hohe Ökostandards der deutschen Anbauverbände

    Das deutsche staatliche Bio-Siegel – Einführung im September 2001

     

    Bio-Siegel der Europäischen Union – Einführung am 1. Juli 2010

     

    Empfehlenswert
    Mindeststandard laut EG-Öko-Verordnung
     

    Empfehlenswert
    Mindeststandard laut EG-Öko-Verordnung
    Empfehlenswert

    Ohne Gentechnik, doch nicht ökologisch; wegen Tierschutz empfehlenswert

    Empfehlenswert

    (doch weniger als die Bio-Siegel)

    Empfehlenswert

    Knapp zwei Drittel der Produkte auch Bio

    Bedingt empfehlenswert
    der BUND rät, wenig Meeresfisch zu essen
    Aussagekraft begrenzt

    Vorsicht geboten

    Nicht empfehlenswert

    Kein Umweltnutzen erkennbar

    Label und Zertifikate sollen auf besondere Qualitäten von Produkten und Dienstleistungen, z.B. gesundheitliche, soziale oder ökologische Eigenschaften, hinweisen. Damit dienen sie der Abgrenzung gegenüber anderen Produkten und Dienstleistungen mit gleichem Gebrauchszweck, die diese Eigenschaften nicht aufweisen. Dies gilt im Büro vor allem für Produkte aus Papier: Recyclingpapiere sind heute nicht mehr grau und unansehnlich, sondern überzeugen durch Qualität und Optik. Sie erfüllen höchste technische Ansprüche (Quelle, wenn nicht anders angegeben: Bürocenter Butzbach).

    Blauer Engel

    Das Blauer Engel Umweltzeichen (RAL-UZ 122) ist seit über 40 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung. Der Blaue Engel garantiert, dass die Produkte und Dienstleistungen hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. Dabei ist bei der Beurteilung stets der gesamte Lebensweg zu betrachten. Für jede Produktgruppe werden Kriterien erarbeitet, die die mit dem Blauen Engel gekennzeichneten Produkte und Dienstleistungen erfüllen müssen. Um dabei die technische Entwicklung widerzuspiegeln, überprüft das Umweltbundesamt alle drei bis vier Jahre die Kriterien. Auf diese Weise werden Unternehmen gefordert, ihre Produkte immer umweltfreundlicher zu gestalten (Quelle: Blauer Engel).

     

    Energy Star

    Das Gütezeichen Energy Star kennzeichnet energiesparende Bürogeräte.

    FSC Mix (Papier)

    Das FSC-Siegel kennzeichnet Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft. FSC Mix (Papier) kennzeichnet Papierprodukte, deren Fasern zu mind. 50 Prozent aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen.

    Das FSC-Siegel wird in der Regel als empfehlswert betrachtet, ist aber nicht immer unumstritten. Weitere Informationen dazu lassen sich zum Beispiel in einem Interview mit Greenpeace zur Kooperation mit FSC nachlesen.

    FSC Recycling (Papier)

    Das FSC-Siegel kennzeichnet Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft. FSC Recycling kennzeichnet Papierprodukte, die aus Gebraucht- oder Restholzfasern hergestellt wurden.

     

    FSC Pure (Papier)

    FSC Pure kennzeichnet Papiererzeugnisse, die zu 100 Prozent aus Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft hergestellt wurden. Das Siegel wird vom Forest Stewardship Council (FSC) vergeben mit dem Ziel, neben dem Schutz des Waldes auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Waldwirtschaft zu berücksichtigen.

     

    Grüner Punkt

    Der „Grüne Punkt“ ist kein Umwelt-Label. Er ist lediglich ein Hinweis darauf, dass sich Hersteller bzw. der Handel am Dualen System Deutschland finanziell beteiligen. Er sagt nichts über die Umweltverträglichkeit der Verpackung aus, sondern zeigt Verbraucherinnen und Verbrauchern, welche Abfälle in die „Gelbe Tonne“ bzw. in den „gelben Sack“ gehören. Die Vermeidung von Müll wird mit diesem System nicht gefördert.

    PEFC – Programme for Endorsement of Forest Certification Schemes

    Das PEFC-Siegel kennzeichnet Holz aus regionaler und nachhaltiger Waldwirtschaft auf der geografischen Basis von Regionen bzw. Bundesländern.

     

    Müll

    Allein in Deutschland sind 2018 je Einwohner*in 455kg und 2019 457kg Haushaltsabfälle entstanden. Im ersten Coronajahr 2020 sind die Mengen deutlich angestiegen: 476kg je Einwohner*in (Quelle: Destatis). Um diese riesigen Müllmengen zu reduzieren, können wir alle etwas tun.

    Als erstes sollte darauf geachtet werden, unnötigen Müll in allen Bereichen von Anfang an zu vermeiden. Zum Beispiel tragen beim (Lebensmittel-)Einkauf Produkte mit möglichst geringer Verpackung zur Reduzierung der Müllmengen bei. Für den Einkauf und Transport ist es besser, wiederverwendbares Material wie Stoffbeutel zu benutzen und vor allem auf Plastik- und Papiertüten zu verzichten. Einige (Transport-)Verpackungen kann man auch aufheben und wiederverwenden. Zum Beispiel kann man Pappkartons auch mehr als einmal als Verpackung nutzen oder aus der Pappe etwas basteln.

    Bild von RitaE auf Pixabay

    Bei entstandenem Müll ist es wichtig, diesen richtig zu entsorgen und wenn möglich zu recyclen. Zur Mülltrennung findet ihr hier weitere Informationen. Statt noch gut erhaltene Kleidung, Möbel, Spielzeuge etc. wegzuwerfen, könnt ihr diese zum Beispiel auf Flohmärkten weiterverkaufen oder an wohltätige Einrichtungen spenden. Mögliche Annahmestellen in Düsseldorf findet ihr hier. Einige Tipps und Anlaufstellen zur Abfallvermeidung und Mehrweg bei Veranstaltungen findet ihr auf dieser Seite der Stadt Düsseldorf.

    Energie

    Strom, Gas und Wasser sparen lohnt sich nicht nur bei steigenden Energiepreisen, sondern auch um unser Klima zu schützen.

    Um Strom zu sparen, kann man alle elektronischen Geräte bei längerer Nicht-Benutzung ausschalten und vom Stromnetz trennen. Am Arbeitsplatz gehören dazu vor allem PC, Laptop, Monitor und Kaffeemaschine. Hierbei können Steckerleisten mit Schalter nützlich sein. Stecker (bspw. vom Handyladekabel) solltet ihr auch ohne angeschlossenes Gerät ausstecken. Zur Aufladung von kleineren elektronischen Geräten wie Smartphones oder Powerbanks können Solarladegeräte genutzt werden. Über Nacht könnt ihr an eurem Handy den Flugmodus einschalten und WLAN ausstöpseln. Waschmaschinen und Spülmaschinen sollten nur dann angestellt werden, wenn sie auch gut gefüllt sind und im Eco-Modus genutzt werden. Der braucht zwar länger, spart aber Strom und Wasser. Wenn euch noch genauer interessiert, was wie viel Strom verbraucht, dann leiht euch einfach einen Strommessgerät von der Verbraucherzentrale aus. Mehr Infos gibt es im Artikel „Strom sparen im Haushalt: Einfache Tipps“ von der Verbraucherzentrale.

    Schräg von unten fotografiert zeigt das Bild einen Hochstrom-Masten, der in den Wolkenhimmel ragt.

    Bild von Pexels auf Pixabay.

    Auch beim Heizen kann viel Energie eingespart werden. Jeder sollte sich überlegen, ob ein Raum wirklich geheizt werden muss zum Beispiel kann es unnötig sein, in Fluren oder in nur zeitweise genutzten Räumen zu heizen. Wird ein beheizter Raum länger nicht mehr benutzt zum Beispiel am Wochenende, im Urlaub oder in den Ferien, denkt daran die Heizung niedriger oder ganz auszustellen. Ebenso sinnvoll ist es keine Möbel vor die Heizung zu stellen und Heizungen regelmäßig zu entlüften. Beim Lüften beheizter Räume wird durch Stoßlüften anstelle eines dauerhaft gekippten Fensters viel Energie gespart. Umfangreichere Hinweise zum Thema gibt es im Artikel „10 einfachen Tipps zum Heizkosten sparen“ der Verbraucherzentrale.

    Das Bild zeigt, schräg von oben fotografiert, den Regler einer Heizung und sieht einen Teil des Heizungskörpers. Der größte Teil des Heizungskörpers verschwindet am oberen Bildrand.

    Bild von ri auf Pixabay.

    Nur ein sehr kleiner Teil unsere Wasservorkommen sind Süßwasser. Umso wichtiger ist es, dass wir mit Wasser sorgsam umgehen. Am besten ist es unseren Wasserverbrauch zu reduzieren. Einfache Möglichkeiten sind bspw. Wasserhähne immer schließen, wenn sie nicht genutzt werden (bspw. beim Zähneputzen) oder eine Dusche anstelle einer Badewanne und seltener und kürzer Duschen. Ein Sparduschkopf hilft zudem die Wassermenge beim Duschen zu reduzieren, ebenso wie die Sparspültaste der Toilette. Wenn euch der genaue Verbrauch euer Dusche interessiert, könnt ihr den Duschrechner der Verbraucherzentrale testen. Auch in der Küche lässt sich Wasser sparen, bspw. indem nur so viel Wasser wie nötig im Wasserkocher erhitzt wird und Obst und Gemüse in einer Schüssel abgewaschen wird. Das Wasser könnt ihr danach noch für eure Pflanzen nutzen. Im Garten ist es sinnvoll anstelle eines Rasensprengers einen Schlauch zu nutzen oder am besten gesammeltes Regenwasser, nur so viel wie nötig zu wässern und seltener den Rasen zu mähen. Mehr Hintergrundwissen und Tipps findet ihr bei swb oder der Verbraucherzentrale.

    Aus einem Wasserhahn fließt Wasser in ein rechteckiges Steinbecken.

    Bild von Jonas KIM auf Pixabay.

    Bei einem Kauf von neuen Geräten können euch die Energielabels weiterhelfen. Was genau hinter den Labels steckt erfahrt ihr in der Übersicht Energielabels der Verbraucherzentrale. Grundsätzlich steht euch die Verbraucherzentrale Düsseldorf immer offen und ihr könnt euch dort genauere Beratung holen.

    Mobilität

    Generell gilt es, unnötige Fahrtwege zu vermeiden, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu bevorzugen und bei Anreise mit einem PKW Fahrgemeinschaften zu bilden. Das kann zum Beispiel die Anreise zu einer Veranstaltung oder Ferienfreizeit betreffen sowie den Schulweg oder das Pendeln zum Arbeitsplatz. Der Jugendring verzichtet bei weiter entfernten geschäftlichen Terminen auf Flugreisen und bevorzugt stattdessen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Innerhalb Düsseldorfs wird auf den Individualverkehr verzichtet (v.a. PKW) und ebenfalls der ÖPNV oder das Fahrrad bevorzugt. Um die besten Wege mit dem Rad herauszufinden könnt ihr bspw. den Radroutenplaner NRW nutzen, der euch fahrradfreundliche Routen anzeigt.

    Inzwischen gibt es einige Sharing-Angebote in Düsseldorf, die den ÖPNV ergänzen:

    Vor einer Hauswand stehen links ein E-Roller, rechts ein Leihfahrrad.

    Bild von Lucian Alexe auf Unsplash.

    Publikationen / Werbemittel

    Um den Papierverbrauch zu minimieren, sollte bei jeder Publikation geprüft werden, ob diese wirklich gedruckt werden muss oder ob eine digitale Verbreitung ausreichend ist. Wenn gedruckt werden muss, ist es nachhaltiger auf umweltschonendem Papier und mit umweltschonender Farbe zu drucken. Die benötige Anzahl der zu druckenden Publikation sollte möglichst realistisch eingeschätzt werden und nur so viel wie wirklich notwendig gedruckt werden, auch wenn eine höhere Anzahl nicht mehr kostet. Der Jugendring platziert als Vorbild Kennzeichnungslabels für klimaneutralen Druck auf seinen Druckprodukten.

    Auch Werbegeschenke, Give-Aways und ähnliche Artikel sollten auf Sinnhaftigkeit und Mehrwert geprüft und ökologisch produzierte Produkte bevorzugt werden. Auf klassische „Wegwerfprodukte“ aus Plastik sollte verzichtet werden. Institutionen oder Unternehmen, die regelmäßig Werbemittel zuschicken, die nicht relevant für euch sind, kann man darum bitten keine Werbung mehr zu zuschicken. Müssen es überhaupt Werbemittel sein, dann gibt es verschiedene „nachhaltige“ Werbemittel zum Beispiel bei memo.

    Bei Blumengeschenken kann darauf geachtet werden, Saisonblumen und Schnittblumen aus fairem Handel zu kaufen.

    Versand & Transport

    Bei einem Postversand sollte geprüft werden, ob dieser wirklich notwendig ist oder ob Informationen auch digital zur Verfügung gestellt werden können. Wenn ein Postversand nötig ist, könnt ihr prüfen, ob in absehbarer Zeit weitere Materialien verschickt werden. Dann können eventuell mehrere Versendungen zusammengefasst und so zusätzliche Transportwege vermieden werden.

    Zum Versand werden meistens LKWs oder PKWs verwendet, bei weiteren Distanzen auch Flugzeuge. Dabei entsteht ein CO2-Ausstoß, welcher die Umwelt belastet und sich negativ auf das Klima auswirkt. Um diese negativen Konsequenzen zu umgehen, bieten viele Transportunternehmen mittlerweile klimaneutralen Versand an (siehe oben #klimaneutralität). Die Unternehmen

    • vermeiden und reduzieren CO2-Emissionen von Beginn oder
    • kompensieren CO2-Emission nachträglich.
    Im Vordergrund stehen mehrere Pakete. Dahinter sieht man verschwischt einen Gabelstapler in Fahrt. Im Hintergrund sind hohe Regale mit Paketen.

    Bild von Jens P. Raak auf Pixabay.

    Die CO2-Emission zu vermeiden, ist die bessere Möglichkeit. Was gar nicht erst entstanden ist, kann sich auch nicht schädlich auswirken. Um das zu erreichen, werden Pakete oder Briefe über längere Strecken mit dem Zug versandt und innerhalb von Städten mit Fahrrädern oder Elektrofahrzeugen mit Ökostrom transportiert. Leider lassen sich gerade bei langen Strecken CO2-Emissionen nicht vollständig vermeiden und müssen daher kompensiert werden. Viele Unternehmen nutzen daher eine Kombination aus beiden Möglichkeiten.

    Freizeiten / Veranstaltungen

    Veranstaltungen und Freizeiten erfordern viel Planung und können auch möglichst umweltfreundlich gestaltet werden: von der Anfahrt über die Verpflegung bis hin zum Energieverbrauch. Dazu könnt ihr alle in diesem Wiki und in unserer Checkliste zur Verfügung gestellten Informationen nutzen. Zusätzlich findet ihr auf der Best Practice-Seite unter der Rubrik „Nachhaltige und klimafreundliche Veranstaltungsplanung“ unterschiedliche Checklisten und Leitfäden aus den Jugendverbänden für die nachhaltige und klimaneutrale Planung von Freizeiten und Veranstaltungen. Auch die Stadt Düsseldorf hat Tipps und Hinweise für eine nachhaltige Veranstaltungsplanung entwickelt. Dabei stehen die Themen Verpflegung, Mehrweg und Abfall, Beschaffung von Materialien, Mobilität, soziale Aspekte und Veranstaltungsstätten im Fokus.

    Finanzielle Förderung

    Wenn ihr als Gruppe oder Privatperson ein eigenes nachhaltiges Projekt oder eine Aktion ehrenamtlich planen und umsetzen möchtet, könnt ihr dafür finanzielle Förderung beantragen. Der Jugendring vergibt über die Nachhaltigkeitsförderung in den Jugendverbänden bis 2025 jedes Jahr 10x 500€ für nachhaltige Projekte. Dafür könnt ihr euch gerne bei uns melden.

    Beim Eine-Welt-Beirat der Stadt Düsseldorf könnt ihr einen Antrag auf Förderung ehrenamtlicher entwicklungspolitischer Bildungs- und Informationsarbeit stellen. Informationen zu den Förderrichtlinien und in der Vergangenheit geförderte Projekte findet ihr hier.

    Auch das Umweltamt der Stadt Düsseldorf fördert kurzfristige als auch längerfristige Initiativen im Natur- und Umweltschutz. Weitere Informationen hier.

    Eine metallene Geldkassette mit Schlüssel steht auf zwei Geldscheinen, daneben liegen rechts viele Münzen.

    Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay.