Die psychische Gesundheit junger Menschen gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit – für Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit ein Thema, das direkt in den Alltag wirkt.
Die Corona-Pandemie, Krisen und Kriege, der Klimawandel sowie hohe Anforderungen in Schule, Freizeit und Familie machen ein unbeschwertes Aufwachsen oft schwierig. Stress, Leistungsdruck, familiäre Herausforderungen oder die digitale Welt können das seelische Wohlbefinden junger Menschen erheblich beeinflussen. Viele Belastungen sind nicht sofort sichtbar, doch sie wirken sich nachhaltig auf Verhalten, Stimmung und Entwicklung aus.
Gleichzeitig gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche zu stärken, Resilienz zu fördern und frühzeitig Unterstützungsangebote zu erkennen. Der Fachtag „Wie geht’s?“ bietet Fachkräften aus der Kinder- und Jugendarbeit praxisnahe Impulse, um junge Menschen zu begleiten, zu unterstützen und gleichzeitig die eigene Belastung im Blick zu behalten.
Ablauf:
09:00 Uhr Einlass und Stehcafé
09:30 Uhr Begrüßung und Impulsvortrag: Wie geht es Kindern und Jugendlichen aktuell?
Nicht zuletzt seit der COVID-19-Pandemie steht die psychische Verfassung von Kindern und Jugendlichen verstärkt im Fokus. In diesem Vortrag werfen wir gemeinsam einen Blick darauf, wie es Kindern und Jugendlichen aktuell im Hinblick auf ihre psychische Gesundheit geht und welche Entwicklungen sich in den vergangenen Jahren abzeichnen. Zudem thematisieren wir, welche Auswirkungen größere gesellschaftliche Veränderungen und Krisen auf das Aufwachsen und Wohlbefinden junger Menschen haben.
Referentin: M. Sc. Isabelle van Riesenbeck (Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde Verhaltenstherapie und Kinder- und Jugendpsychotherapie)
11:15 Uhr Workshopphase 1
13:15 Uhr Mittagspause
14:30 Uhr Workshopphase 2
16:30 Uhr Ende der Veranstaltung
Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, Schulen, Kitas, Beratungsstellen, dem Amt für Soziales und Jugend sowie an alle, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind und in das Thema einsteigen möchten.
Rahmenbedingungen:
- Datum: 26. Februar 2026
- Ort: Haus der Jugend (Lacombletstraße 10, 40239 Düsseldorf)
- Teilnahmegebühr: 10,00 Euro
- Verpflegung: Getränke und Mittagsimbiss inklusive
- Anmeldung
Workshops (es wird zwei Workshopphasen geben, Sie können in jeder Phase einen Workshop wählen):
1. Erste Hilfe für psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen
Psychische Belastungen und Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind Themen, denen Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit in unterschiedlichen Kontexten begegnen. Ob im Gruppenangebot, im offenen Betrieb oder auf Ferienfreizeiten – häufig sind Fachkräfte gefragt, Verhaltensänderungen einzuordnen, angemessen zu reagieren und jungen Menschen Sicherheit zu geben.
In diesem Workshop stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:
- Wie äußern sich psychische Erkrankungen wie z. B. Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen?
- Wie kann ich fachlich angemessen auf akute Situationen wie Panikattacken, selbstverletzendes Verhalten oder Suizidgedanken reagieren?
- Wie kann ich betroffene Kinder und Jugendliche unterstützen, ohne mich selbst zu überlasten?
- Wie können wir als Team in der Kinder- und Jugendarbeit verantwortungsvoll und handlungssicher mit diesen Themen umgehen?
Der Workshop vermittelt praxisnahe Grundlagen der psychischen Ersten Hilfe und stärkt die Handlungssicherheit im beruflichen Alltag. Neben fachlichen Impulsen werden konkrete Vorgehensweisen vorgestellt, gemeinsam reflektiert und anhand von Praxisbeispielen erprobt.
Referentin: M. Sc. Isabelle van Riesenbeck (Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde Verhaltenstherapie und Kinder- und Jugendpsychotherapie)
2. Neurodiversität: Kinder und Jugendliche mit Autismus und/oder ADHS begleiten
Neurodiversität – also neurologische Vielfalt – gewinnt zunehmend an Bedeutung in Kinder- und Jugendhilfe, Bildung und sozialer Teilhabe. Insbesondere die Diagnosen Autismus und ADHS stellen Fachkräfte vor fachliche und praktische Anforderungen.
In diesem Workshop vermittelt Tanja Serapinas grundlegendes Wissen zu Neurodivergenz sowie zu den Autismus- und ADHS-Spektren, einschließlich der AuDHS-Doppeldiagnose. Neben fachlichen Informationen fließt auch die Perspektive einer selbst neurodivergenten Person ein und ermöglicht einen vertieften Einblick in die Innensicht betroffener Kinder und Jugendlicher.
Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen werden in Gruppen praxisnahe Fallbeispiele bearbeitet und konkrete Interventionen sowie Handlungsmöglichkeiten für den Alltag erarbeitet. Ziel des Workshops ist es, Fachkräfte dabei zu unterstützen, autistische und/oder ADHS-Kinder und Jugendliche ressourcenorientiert zu begleiten und ihre bestmögliche Teilhabe zu fördern.
Referentin: Tanja Serapinas, B.A. Sozialarbeiterin, Geschäftsführung/Inhaberin Autismus & ADHS Support
3. Wann wird Mediennutzung problematisch?
Digitale Medien gehören selbstverständlich zum Alltag von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Doch wann kippt die Nutzung? Wann wird aus einer Gewohnheit eine Abhängigkeit – und wie können Fachkräfte und Jugendleiter*innen präventiv, orientierend und unterstützend begleiten?
Dieser praxisnahe Workshop bietet einen kompakten und fundierten Einstieg in die Mediensuchtprävention. Neben einer kurzen Einführung zu Mediennutzungsverhalten, Risikofaktoren und Warnsignalen liegt der Fokus auf konkreten Handlungsmöglichkeiten für die Praxis. Die Teilnehmenden erhalten Anregungen und Werkzeuge für die Ferienfreizeit, die Jugendarbeit sowie den beruflichen Alltag, um Kinder und Jugendliche in einem reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu stärken.
Referent: Andreas Pauly, Diplom Sozialpädagoge, Geschäftsführer Mediensuchtprävention NRW e.V.
4. Stark bleiben im Job: Selbstfürsorge für pädagogische Fachkräfte
Pädagogische Fachkräfte sind im beruflichen Alltag häufig hohen Belastungen ausgesetzt – emotional, organisatorisch und körperlich. Um dauerhaft handlungsfähig und gesund zu bleiben, ist es wichtig, die eigenen Ressourcen bewusst wahrzunehmen und Stressmuster frühzeitig zu erkennen.
Dieser Workshop unterstützt Teilnehmende dabei, ihre persönlichen Stressauslöser zu identifizieren und einen konstruktiven Umgang mit beruflichen Belastungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Impulse und konkrete Anregungen für mehr Selbstfürsorge im Arbeitsalltag. Die Teilnehmenden erhalten hilfreiche Werkzeuge, um ihre eigene Balance zu stärken, Grenzen klarer zu setzen und langfristig resilienter zu werden.
Referentin: Jennifer Parisa Hauchwitz, Bildungsreferentin, Systemische Beraterin, Sozialpädagogin
Zur Anmeldung








